Ratgeber Hopfentrocknung

Messwerte bei der Hopfentrocknung richtig einordnen

Bei der Hopfentrocknung ist nicht allein die verstrichene Zeit entscheidend. Temperatur, relative Feuchte der Darrabluft und weitere Messwerte helfen, den Trocknungsverlauf nachvollziehbar zu beurteilen.

Einzelne Messwerte sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden. Witterung, Sorte, Schütthöhe und die jeweilige Darre beeinflussen, wie die Messwerte im Trocknungsverlauf einzuordnen sind.

Relative Darrabluftfeuchte und Kippzeitpunkt

Über der Aufschütthorde verändert sich während der Trocknung die relative Feuchte der Darrabluft. Dieser Verlauf kann zur Beurteilung des Kippzeitpunkts herangezogen werden und ist aussagekräftiger als eine Betrachtung ausschließlich nach fester Zeit.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) beschreibt als fachlichen Hintergrund, dass der darrspezifisch geeignete Kippzeitpunkt anhand der relativen Feuchte der Darrabluft besser bestimmbar ist. Das bedeutet nicht, dass ein einzelner Zahlenwert unabhängig von Witterung, Sorte, Schütthöhe und der jeweiligen Darre immer denselben Schaltpunkt festlegt.

Für die praktische Einordnung bleiben die konkreten Bedingungen vor Ort wichtig: Witterung, Sorte, Schütthöhe und die jeweilige Darre beeinflussen, wie der Feuchteverlauf zu bewerten ist.

Drahtmessung und Entleerzeitpunkt

Im Schuber beziehungsweise in der Auszugshorde kann eine elektrische Messung zusätzliche Informationen zum Trocknungszustand liefern. Das Messprinzip wird häufig als „Draht im Schuber“ bezeichnet.

Die LfL beschreibt den Messdraht als Verfahren zur kontinuierlichen Feuchtebeurteilung beziehungsweise zur Unterstützung bei der Bestimmung des Entleerzeitpunkts. Auch hier gilt: Messwerte müssen im praktischen Kontext eingeordnet werden und ersetzen keine anlagenspezifische Beurteilung.

Temperatur als weiterer Prozesswert

Temperatur ist ein wichtiger Messwert während der Hopfentrocknung. Zusammen mit Feuchte- und Drahtmesswerten entsteht ein besser nachvollziehbarer Verlauf des Prozesses.

Einzelne Werte sollten jedoch nicht überinterpretiert werden. Erst die Betrachtung des Verlaufs und der jeweiligen Bedingungen macht die Messdaten für die Beurteilung nutzbar.

Messwerte mit HopCon erfassen und auswerten

HopConBox erfasst Messwerte während der Hopfentrocknung, darunter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Drahtmessung. HopConView stellt diese Messwerte und ihre Verläufe dar.

Die Messwerte unterstützen die Beurteilung von Kipp- und Entleerzeitpunkt. HopCon ersetzt nicht die Erfahrung des Anwenders, sondern ergänzt sie um nachvollziehbare Messwerte.

Häufige Fragen

Welche Messwerte sind bei der Hopfentrocknung hilfreich?
Hilfreich sind unter anderem Temperatur, relative Feuchte der Darrabluft und Drahtmesswerte. Entscheidend ist, die Werte im Verlauf und im Kontext der jeweiligen Darre zu betrachten.
Wie kann die relative Darrabluftfeuchte beim Kippzeitpunkt helfen?
Ihr Verlauf über der Aufschütthorde liefert Informationen zum Trocknungsprozess und kann die Beurteilung des Kippzeitpunkts unterstützen. Eine feste Zeit allein ist dafür zu grob.
Was bedeutet „Draht im Schuber“?
Gemeint ist eine elektrische Messung im Schuber beziehungsweise in der Auszugshorde. Sie liefert zusätzliche Informationen zum Trocknungszustand und kann bei der Beurteilung des Entleerzeitpunkts helfen.
Ersetzt ein Messsystem die Erfahrung des Anwenders?
Nein. Ein Messsystem macht Verläufe nachvollziehbarer, ersetzt aber nicht die Erfahrung des Anwenders und die Bewertung der konkreten Bedingungen vor Ort.